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Refugees Welcome

01/09/2015

Dieser Beitrag ist vielleicht ein wenig off-topic auf diesem Blog, aber ich brauche einen Ort, wo ich niederschreiben kann, wie es mir gerade geht. Ich habe heute nämlich endlich das Gefühl, das ich seit ein paar Tagen oder sogar Wochen habe, verstanden. Es ist HOFFNUNG.

Ich war heute unter mehr als 20.000 Menschen (offizielle Zahlen) auf der Straße um für mehr Menschlichkeit zu demonstrieren. Menschlichkeit, die den Flüchtlingen, die Mitteleuropa erreichen, dringend fehlt.

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Seit ein paar Jahren bin ich, nennen wir es einmal, politisch sehr interessiert. Leider habe ich aber viel zu oft ein Augenrollen für meine Meinung zum Thema Gerechtigkeit und Gleichberechtigung – jeder Mensch ist gleich viel wert – kassiert. Dies führte dazu, dass ich nicht mehr jedem gegenüber geäußert habe, was ich zu dem ein oder anderen Thema denke. Denn, dazu sind mir die Themen zu wichtig, als dass ich sie mit einem Augenrollen runter gemacht bekommen möchte. Aber eigentlich ist das ja das schlimme – ich habe mich selbst damit oftmals zum Schweigen gebracht.

In den letzten Wochen ist dann etwas passiert, was ich nie gedacht hätte: Leute, die mich schon für verrückt erklärt haben, weil ich an eine idealistische, ja vielleicht sogar utopisch gerechte Welt glaube, haben angefangen mitzuhelfen diese Welt wirklich ein wenig gerechter zu machen. Leute, denen ich die größten Vorurteile gegenüber gehabt habe (ich entschuldige mich hiermit dafür), dass sie nur an ihrem eignen Wohl interessiert sind, haben angefangen ihre Zeit, Geld und noch viel mehr zu opfern um anderen Menschen zu helfen. Andere, die über mein Engagement schon hinter meinem Rücken (ja, das weiß ich leider sicher) gelästert haben – „hat die keine besseren Probleme“ – melden sich bei mir um sich zu erkundigen wie sie helfen können.

Mit euch allen hatte ich schon keine Lust mehr zu reden. Ich hab euch verurteilt und wollte euch am liebsten den Rücken zukehren. Damit wäre ich aber nicht besser gewesen, im Gegenteil, ich hätte fast den selben Fehler gemacht, den ich bei anderen so verurteile.

Ich bin so dankbar, dass ich mich geirrt habe. Dass ein großer Teil derer, die heute auf der Straße waren genau diejenigen sind, von denen ich es nicht erwartet habe. Ihr gebt mir die Hoffnung, die ich schon fast aufgegeben hätte: Diese Welt kennt doch noch Menschlichkeit. Lasst uns diesen einen Abend nicht als den Höhepunkt, sondern als Beginn sehen. Lasst all das Böse, das bereits passiert ist, sich nicht weiter ausbreiten. Das Gute soll die eigentliche „Epidemie“ sein, die sich noch weiter ausbreiten soll.

Eine Utopie ist dafür da unser Ziel zu sein – oder ist die Welt denn noch immer eine Scheibe?

Wenn ihr helfen wollt, könnt ihr unter folgenden Links einige Infos finden:

Private Initiative für die Versorgung von Flüchtlingen in und um Wien

Aktion Menschlichkeit vom Samariterbund

Facebookseite des Blogs Dariadaria, wo oft aktuelle Infos gepostet werden

Falls ihr konkrete Fragen habt wie ihr helfen könnt, könnt ihr mich gerne fragen. Wenn ich kann vermittle ich gerne Kontakte.

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Waldmeierei 01/09/2015 - 6:52

Hoffnung gibt es überall dort, wo Menschen das Herz öffnen. Nur miteinander und gemeinsam können wir diese Situation meistern. jeder Einzelene ist ein Baustein des Ganzen.

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