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Warum mich Schuhe und eine Tasche zum Nachdenken bringen

29/12/2015

Ich hab hier ja schon vor Monaten einmal etwas zum Thema Nachhaltigkeit und wie ich zu diesem Thema stehe niedergeschrieben, heute möchte ich in eine ähnliche Kerbe einschlagen. Dieses Mal geht es um die Vegane Lebensweise

Gleich zu Beginn: Ich bin weder Vegetarierin oder lebe ich eine vegane Lebensweise. Mich inspirieren aber beide Konzepte sehr darüber nachzudenken wie ich mein Leben und besonders meinen Konsum gestalte. Wie gehen wir mit anderen Lebewesen auf dieser Welt um und wie behandeln wir unser Zuhause – die Erde.

Als in den 1990er Jahren kaum jemand über solche Konzepte nachgedacht hat und Menschen, die sich dazu entschlossen haben ihre Essensgewohnheiten tierfrei zu gestalten, als Öko-Futzis bezeichnet wurden, hatte ich das Glück mit einem vegan lebenden Bekannten eines Freundes ein offenes Gespräch zu führen, das mir bis heute noch gut in Erinnerung ist. Damals hatte ich die weit verbreitete Meinung, dass VegetarierInnen nur mit den Finger auf einem zeigen und nörgeln wollen. Und natürlich, oberflächlich gesehen, vegetarisch essende Menschen komisch aussehen – von vegan lebenden Menschen ganz zu schweigen. Mehr hätte eine nichts wissende Teenagerin, wie ich es damals war, hinter diesen Konzepten nicht vermutet. Bei den VegetarierInnen, die ich kannte (und die nicht komisch aussahen), vermutete ich einfach nur eine Phase in der sie sich vor rohem Fleisch ekelten.

Also, ich traf den Bekannten bei einer Party, wie ich wohl so um die 17 war. Ich wusste nichts von seiner Entscheidung vegan zu leben und, (Achtung: Zynismus) man mag es kaum glauben, aber man sah ihm nichts davon an. Als es dann darum ging eine Runde Pizzen zu bestellen bat er darum bei einer ganz bestimmten Pizzeria zu bestellen. Neugierig wie ich immer schon war fragte ich warum und er meinte, ohne viel Wind darum zu machen (und das war mir neu), weil er den Inhaber kannte und vertraute, dass er es nicht nur behauptet, sondern wirklich keine tierischen Produkte verwendete. Im darauf folgenden Gespräch nahm er mir die Scheu Fragen zum Thema zu stellen und auch die Gewissheit, dass es vollkommen okay ist ein Konzept kritisch zu sehen und es dennoch zu verfolgen. Auch, dass es oft schon ausreicht einen Teil eines Konzeptes zu übernehmen, um das Ziel der Idee dahinter zu unterstützen oder gar zu erreichen, war eine Aussage, die ich von ihm das erste Mal hörte.

Also, wir müssen jetzt nicht alle anfangen sofort vegan zu leben, um einen Beitrag dazu zu leisten unsere Erde zu erhalten. Aber, und das glaube ich ganz fest, so lange es Menschen gibt, die so extrem gar nicht darauf achten was sie mit ihrem Verhalten anstellen, ist es ganz wichtig, dass es auch das, in der Öffentlichkeit meist negativ konnotierten, andere „Extrem“ gibt. Wenn wir es endlich schaffen würden uns zumindest in der Mitte zu treffen, wäre schon viel getan.

Ganz ehrlich: Ich finde es auch nicht wirklich überzeugend, wenn eine junge Bloggerin in ihren Snaps oder ihrem aktuellem Blogpost über Gott schreibt und dann wieder einen Kreischanfall bekommt, weil sie einen nicht erwartenden Sale entdeckt. Aber würde ich sie deshalb verurteilen? Nein! Denn ihr kleiner Beitrag für eine bessere Welt sind eben ihre Gedanken zu einer positiven Einstellung im Leben. Und ja, ich bin froh, dass sie ihre Reichweite dazu nützt diese zu verbreiten. Und die Reichweite hätte sie wahrscheinlich nicht, wenn sie nicht auch hin und wieder kreischen würde – gut so! 😉

Ich habe eine ‚uralt‘ Freundin, die sehr religiös ist und sie hat mir gelehrt Fragen zu stellen und mir ihre Antworten anzuhören. Wenn ich dann immer noch anderer Meinung bin, ist es auch gut. Sie erwartet von mir einen respektvollen Umgang mit ihrem Glauben, genauso wie sie mir diesen Respekt für meine Einstellung zurückgibt. Danke, T. :*

Und so sollen auch die BloggerInnen, die beschlossen haben einen offen und ehrlichen Umgang mit dem Thema Veganismus zu kommunizieren, nicht ständig für „kleine Fehler“ abgestraft werden, wenn sie einmal eine Kooperation mit einer Firma eingehen, die, warum auch immer, böse sein soll oder ein Produkt tragen/essen/promoten, das aus Sicht von anderen nicht dem vermeintlichen Ideal entsprechen. Man könnte sie ja auch einfach mal fragen warum sie die Kooperation eingegangen sind – ich geh davon aus, dass es zu 99% eine überlegte Erklärung gibt – und daraus einfach eine Information für die eigne Meinungsbildung mitnehmen. Nur Fragen ist in unserer Gesellschaft anscheinend oft noch immer schwerer als unwissend zu verurteilen. Lasst uns das ändern.

So, aber nun abschließend, wie ich zu diesen Gedanken gekommen bin: Seit Monaten liebäugle ich mit einer veganen Tasche von Matt & Nat (inspiriert von Dariadaria), genauso wie mit veganen Schuhen von The No Animal Brand (dank der Empfehlung von Keksi-liscious). Immer wieder denke ich mir: Brauch ich wirklich noch eine Tasche und noch ein paar Sneakers? Nein, brauche ich nicht! Und eigentlich ist es auch relativ egal ob sie vegan oder nicht sind; es ist wieder verschwendete Energie und Konsum, der vermeidbar wäre. Ja, ist es! Aber ist es nicht auch einfach nur ein Teufelskreis? Können wir in all dem überhaupt was richtig machen? Nein, eigentlich nicht! Aber: wenn schon Konsum, dann wenigstens in irgendeiner Weise sinnvoll. 😉

Vegane Accessoires

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