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Ich lerne: Stricken – Knitting Session

21/10/2017

Wie? Du kannst nicht stricken? Natürlich kann ich stricken, aber ich habe noch nie mit einer Strickmaschine gestrickt. Das wollte ich immer schon mal ausprobieren. Und: Soweit kann ich schon vorwegnehmen: von Begeisterung bis hin zur Enttäuschung (über meine eigenen Fehler) war jedes Gefühl dabei. Aber lasst mich mal damit anfangen, wie ich zu der Knitting Session gekommen bin.

Als ich das Siebdruck-Pendant zur Knitting Session besucht und darüber hier berichtet habe, habe ich euch gar nicht erzählt woher das kommt, dass ich von dem Kursangebot Bescheid weiß. Hier die Geschichte dahinter:

Ich habe ja die Modeschule Wien Hetzendorf besucht. Mein Klassenkollege von damals, Walter Lunzer, bietet seit einigen Jahren die Stitching Sessions an. Ich habe das immer nur von der Ferne beobachtet, da ich ja selbst sehr gut nähen kann und daher keinen Bedarf an so einem Workshop habe. Nach und nach hat Walter aber angefangen das Konzept um Printing und Knitting Sessions zu erweitern. Da bin ich natürlich gleich hellhörig geworden. Die Printing Sessions habe ich ja schon besucht; aber für die Knitting Sessions sind die wenigen Plätze immer heiß begehrt, weshalb es mir erst jetzt gelungen ist einen Platz zu ergattern.

Zwar hatte ich ein klein wenig Ahnung vom Stricken mit Strickmaschinen, da es in Hetzendorf auch eine Strickklasse gab. Ich bin aber selbst nie an einer Strickmaschine gesessen. Und solch Strickmaschinen gibt es ja auch nicht mehr so viele – sie werden nämlich auch nicht mehr hergestellt. Solch Workshops sind daher nicht nur dafür da, dass man eine Technik erlernt, sondern besonders auch eine Möglichkeit mit Maschinen zu arbeiten, die man sonst nicht so leicht zur Verfügung hat.

Stricken auf der Strickmaschine ist, vielleicht mehr als man sich das denkt, eine technische Angelegenheit. Natürlich geht es auch ums Designen – aber das ist eigentlich “nur” die Vorbereitung. Zuerst einmal muss man schauen, was mit den vorhandenen Maschinen möglich ist. Die Tischmaschinen haben z.B. nur eine begrenzte Breite (genauer gesagt Haken, auf denen Maschen gebildet werden). je nach Material und Strickart verhält sich eine Meterware, die auf einer Maschine gestrickt wird, dann anders. Dies ist nur ein Aspekt auf dem man achten muss.

Was mir ehrlich gesagt auch nicht so klar war, war dass man in erster Linie Meterware herstellt und diese dann zur Weiterverarbeitung zuschneidet. Natürlich könnte man auch direkt auf der Maschine ‘konfektionieren’; das ist aber ungemein komplizierter und erfordert Erfahrung. Auch dass Lochmusterstricken mit der Maschine sehr viel Handarbeit ist, war mir nicht so klar. Ich dachte mir ja: “Perfekt, dann strick ich mir mal easy-cheesy ein paar Meter Stoff mit Lochmuster runter.” Da wurde ich leider enttäuscht, denn dann hätte ich trotzdem ganz viel per Hand machen müssen. Das war mir zu mühsam, weshalb ich mich für ein einfacheres Muster entschieden habe. Dieses war schon in der Maschine vorprogrammiert – die meisten Maschinen wurden nämlich mit einem fertigen Musterrepertoire ausgeliefert – und ich konnte daher schnell loslegen.

So schnell ich auch losgelegt habe, so schnell musste ich mich in meiner Euphorie auch bremsen. Wenn man, so wie ich, nicht aufpasst und ein Faden reißt oder eine Masche vom Haken fliegt, so schnell kann es passieren, dass man einen riesen Fehler drin hat und ein großes fertiges Stück unbrauchbar geworden ist. Die Kunst des Maschinenstrickens ist also besonders immer alles gut im Blick zu haben, um bei Fehlern sofort reagieren zu können.

Ich hoffe, dass ich ganz bald dazu komme meine Meterware weiterzuverarbeiten – dann werde ich euch noch mehr davon zeigen und erzählen. Falls ihr in der Zwischenzeit Lust bekommen habt euch auch für einen Workshop anzumelden? Hier findet ihr alle Termine

Um auch Missverständnissen entgegen zu wirken, sei hiermit auch gesagt, dass ich den Workshop selbst bezahlt habe und für diesen Beitrag auch kein Geld bekomme. Ich finde das Angebot und die Sessions, die hier organisiert werden, wirklich toll. Daher hoffe ich das Angebot mit diesem Blogpost ein klein wenig unterstützen zu können, damit es auf jeden Fall weiter bestehen bleibt. Handwerk hat es ja generell heutzutage nicht leicht. Solch Workshops ermöglichen Werkstätten oft auch weiterhin bestehen zu bleiben. Das sollte wir eigentlich alle unterstützen – sonst haben wir bald nur noch industriell gefertigte Ware.

 

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3 comments

Tabea 21/10/2017 - 11:06

Ich glaube, Strick Maschinen sind nichts für mich… Aber von Hand stricke ich total gerne. Für mich ist das aber eben so eine nebenher – Beschäftigung, wenn ich beispielsweise in einer Vorlesung sitze.

Liebe Grüße

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Homa 22/10/2017 - 16:45

Lustig!!! so eine hatte ich von Brother vor 20 Jahren. ich habe die ganze Familie eingestrickt…

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DO-ITeria 23/10/2017 - 10:34

Oh cool! Schade, dass du die Maschine nicht mehr hast! Wir würden wieder stricken… 😉

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